Ökologie & Umwelt

Vorträge zum Thema Ökologie & Umwelt am Donnerstag, 14. November im Kap Europa

Alternative Antriebe: viele Lösungen, ein Ziel

Der Abschied vom Dieselmotor, der auf nicht elektrifizierten Strecken nötig ist, soll die Schiene noch umwelt- und klimafreundlicher machen. Aber was kommt nach dem Diesel? Und wann? Darum ging es im Forum "Alternative Antriebe - viele Lösungen für ein gemeinsames Ziel!", das Prof. Dr. Arndt Stephan (TU Dresden) mit einem eloquenten Vortrag eröffnete. Sein Ratschlag: Nicht in Strecken, sondern in Netzen denken, und zwar technologieoffen. Bei den Fahrzeugen gebe es verschiedene Lösungen. Etwa Hybridzüge oder Akkuzüge, die auch unterwegs auf elektrifizierten Abschnitten über die Oberleitung nachladen können. Züge mit Brennstoffzellen kommen ebenfalls in Betracht. Aber jede Lösungen braucht eine andere Lade- oder Versorgungsinfrastruktur. Ein weiteres Problem: Der Anteil elektrifizierter Strecken soll zwar steigen, eine Strategie dafür steht aber aus. Stephans Appell für den Abschied vom Diesel: Erst einmal klein anfangen - aber endlich anfangen. Nach Ansicht von DB Regio-Produktionsvorstand Oliver Terhaag empfiehlt sich dafür auch die Umrüstung vorhandener Fahrzeuge. Als Zwischenlösung ist sie kostengünstig machbar und vermeidet langfristige Festlegungen.

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Emissionsfreie Verkehre im ländlichen Raum

Noch ist die Clean-Vehicle-Richtlinie der EU nicht in nationales Recht umgesetzt. Aber dass sie Handlungsdruck auf die Busbranche ausübt, zeigte bereits das große Interesse am Forum "Emissionsfreie Verkehre im ländlichen Raum". Ab 2025 müssen bei allen neu abgeschlossenen öffentlichen Aufträgen mindestens 45 Prozent der Busse alternative Antriebe besitzen. Die Bereitschaft ist da, doch die Umsetzung wirft Fragen auf. Das beginnt bei der Technologie (Batterien, Wasserstoff, Gas), reicht bis zur Lade- oder Versorgungsinfrastruktur und betrifft nicht zuletzt die Kosten. Moderator Markus Schmidt-Auerbach bilanzierte die Diskussion: "Ohne Unterstützung werden die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen das kaum schaffen."

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Nachhaltigkeit in Kommunikation & Werbung

Dass Bus und Bahn besonders umweltfreundlich sind, weiß jeder. Aber das bedeutet längst nicht, dass jeder bereit ist, das Verhalten zu ändern und umzusteigen. Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen bieten neue Chancen, die Kunden von diesem Umstieg zu überzeugen. Wie sollen ÖPNV-Unternehmen mit den zurzeit "heißen" Themen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz umgehen? Dieser Frage widmete sich das Forum "Eine Spur grüner - Nachhaltigkeit in Kommunikation & Werbung".

Wie eine überzeugende Strategie aussieht, erläuterte Dr. Norbert Taubken (Geschäftsleiter Scholz & Friends Reputation). Es reiche nicht, einzelne grüne Angebote herauszustellen, sondern die Unternehmen sollten Haltung zeigen und glaubwürdig hinter den Themen stehen, so der Experte. Sonst setzten sie sich dem Vorwurf aus, "Greenwashing" zu betreiben. Trotzdem ermutigte Taubken die Zuhörer, anzufangen und bei Rückschlägen ihren Kurs weiterzuverfolgen. Wie die Deutsche Bahn das Thema Nachhaltigkeit in ihre Kommunikation einbindet, machte Marketingleiter Jürgen Kornmann beispielhaft deutlich an der Kommunikationsstrategie „Das ist grün.“ Mit mehr als 150 Beispielen zeigt sie den Kunden: Es ist einfach, sich für die Umwelt einzusetzen. Wer Bahn fährt, der tut ganz praktisch etwas Gutes für das Klima und die Umwelt.

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