Barrierefrei unterwegs mit der Deutschen Bahn AG

In Deutschland leben etwa 10 Millionen Menschen mit kognitiven, körperlichen und Sinnesbehinderungen. Die Deutsche Bahn setzt sich dafür ein, diesen Fahrgästen selbstbestimmte Mobilität zu ermöglichen. Der Konzern bekennt sich zu dieser gesellschaftlichen Verantwortung und bezieht diesen Leitgedanken jederzeit ein: bei der strategischen Ausrichtung, der Produktentwicklung und beim Service.

Die DB orientiert sich am Konzept des "Design für ALLE". Dabei geht es um mehr als bauliche Aspekte wie die Konstruktion der Fahrzeuge. Es geht auch um kommunikative Barrieren, die wir beseitigen. Barrierefreiheit bedeutet nicht nur Stufenlosigkeit, sondern auch, den Bedürfnissen von Menschen mit kognitiven oder Sinnesbehinderungen zu begegnen.

An den Anforderungen dieser Kundengruppe orientiert sich die App DB Barrierefrei - die digitale Unterstützung für barrierefreies Reisen mit der Bahn.

Weitere Informationen über die App DB Barrierefrei und die wichtigsten Aspekte über barrierefreies Reisen haben wir für Sie zusammengestellt: vom rechtlichen Rahmen bis zu unserer Mobilitätsservice-Zentrale.

Vorgaben und Richtlinien

Ausgangspunkt für sämtliche Überlegungen, Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eine unbeschwerte Reise zu ermöglichen, sind gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Behinderten-Gleichstellungsgesetz des Bundes (BGG). Zu den geltenden Anforderungen gehören auch: die europäische Interoperabilitätsspezifikation TSI PRM, die EU-Fahrgastrechteverordnung und die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Details zum Thema per Klick

Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

In § 4 definiert das BGG den Begriff Barrierefreiheit. In Verbindung mit der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO) verpflichtet das BGG die Eisenbahnunternehmen, Programme zur weitreichenden Umsetzung von Barrierefreiheit in Bezug auf Infrastruktur und Fahrzeuge aufzulegen.

Das Gleichstellungsgesetz sieht lediglich eine Anhörung von Menschen mit Behinderung vor. Die DB jedoch bindet die Behindertenverbände seit vielen Jahren in den Gestaltungsprozess der Programme ein. Der Vision einer "barrierefreien" Bahn kommt die DB dadurch immer näher.

Auch die Maßnahmenplanungen, die die DB u.a. im 1., 2. und 3. Programm der DB AG zur Barrierefreiheit als Selbstverpflichtung definiert hat, trägt zum Erfolg bei.

Genauso heben wir die Zusammenarbeit der begleitenden Arbeitsgruppe zum Programm der DB hervor. Sie besteht aus Vertretern des Deutschen Behindertenrats und aus Experten der Fachabteilungen des DB Konzerns. Mit dem Ende September 2016 vorgestellten 3. Programm der DB AG zur Barrierefreiheit knüpfen wir an die bisherigen Erfolge an und legen eine weitere Strecke auf dem Weg zur Barrierefreiheit zurück.

Spezifikation TSI PRM

2008 trat die europäische Interoperabilitätsspezifikation TSI PRM in Kraft. Sie wurde 2015 revisioniert. Sie ist das internationale Regelwerk zur Herstellung von Barrierefreiheit im transeuropäischen Eisenbahnverkehr. Das Papier definiert unter anderem Parameter und Anforderungen, wie Bahnunternehmen ihre Fahrzeuge barrierefrei konstruieren oder umbauen können. Ebenfalls enthält es Richtlinien zur Bahnhofsinfrastruktur.

Weitere Informationen zum Thema

Fahrgastrechteverordnung

Nach Artikel 19, Absatz 1, der Fahrgastrechteverordnung stellen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Bahnhofsbetreiber nicht diskriminierende Zugangsregeln für die Beförderung von mobilitätseingeschränkten Reisenden auf. Daran beteiligen sie auch Behindertenvertreter.
Alle Zugangsregeln finden Sie auf
www.bahn.de/fahrgastrechte

Die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ)

Hilfe bei der Reiseplanung

Die DB bietet Fahrgästen mit Behinderungen, aber auch Familien mit kleinen Kindern und älteren Menschen umfangreiche Serviceleistungen für die Planung ihrer Reise an. Hier finden Sie nähere Informationen zur Planung und zu Beratungsangeboten für Ihre Reise. Die MSZ bietet Ein-, Um- sowie Aussteigeservices und gibt Reiseauskünfte, die sich speziell an den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen orientieren. Dazu zählen unter anderem Direktverbindungen, Reservierung individuell geeigneter Sitzplätze und die Zusendung von Fahrkarten.

Im Dezember 2012 hat die DB die Hilfestellung für mobilitätseingeschränkte Reisende auf bestimmte Bahnhöfe ohne Servicepersonal ausgeweitet. So kann das Zugpersonal für die Hilfe beim Ein- und Aussteigen im Nahverkehr (RE, RB, IRE und S-Bahnen) vorbestellt werden. Bei einer Vormeldung bis 20 Uhr am Vortag der Reise kann Ihnen die MSZ diesen Service organisieren.

So erreichen Sie die MSZ

Kontaktieren Sie die Anlaufstelle montags bis freitags von 6 bis 22 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und an bundeseinheitlichen Feiertagen von 8 bis 20 Uhr unter der bundesweiten Rufnummer

01806/512512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, 60 ct/Anruf bei Mobilfunk)

Die Anmeldung von Hilfeleistungen ist auch im Internet unter hilfeleistung.specials-bahn.de möglich.

Treten Sie mit der MSZ per Live-Chat in Kontakt. Wir klären gerne Ihre Fragen rund um das Thema Barrierefreiheit: www.bahn.de/msz-chat

Hinweise und Informationen für ertaubte, gehörlose und hörgeschädigte Reisende finden Sie unter unter www.bahn.de/hoerbehindert

Barrierefreiheit an Bahnhöfen

Deutsche Bahn AG ©
Deutsche Bahn AG ©

Auf www.bahnhof.de erhalten Passagiere die wichtigsten Informationen über jeden der rund 5.400 Bahnhöfe der DB. Passagiere erfahren mehr über Barrierefreiheit, darunter Angaben über vorhandene Aufzüge, Rolltreppen, Hublifte und zu Servicezeiten.

Auf www.deutschebahn.com/barrierefreiheit erhalten Interessenten ausführliche Informationen und Statistiken zu Barrierefreiheit an Bahnhöfen. Mit Hilfe von Bund und Ländern baut DB Station&Service AG jährlich ca. 100 Bahnhöfe barrierefrei aus.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Bahnhof weitreichend barrierefrei ist - Infos per Klick

  • Der stufenfreie Zugang zu allen Bahnsteigen ist mittels Aufzügen/langer Rampen oder stufenfreier Zugänge gewährleistet.
  • Alle Bahnsteige verfügen über eine Bahnsteighöhe von mindestens 55 cm .
  • Die Bahnsteige sind mit Zugzielanzeigern oder Dynamischen Schriftanzeigern (DSA) ausgestattet.
  • Die Bahnsteige verfügen über eine Lautsprecheranlage oder einen DSA mit Akustikmodul.
  • Es existiert eine Taktile Wegeleitung vom Bahnhofseingang zum Bahnsteig, mit baulichen Leitelementen, z.B. Handläufen und bei Bedarf mit taktilen Bodenindikatoren
  • Auf den Bahnsteigen ist ein taktiler Blindenleitstreifen installiert.
  • Die Stufenkanten mindestens der ersten und letzten Stufe eines Treppenlaufes sind kontrastreich markiert.
  • An den Handläufen von Treppen oder Rampen befinden sich taktile Handlaufschilder.
  • Die Wegeleitung am Bahnhof ist kontrastreich gestaltet, mit weißer oder gelber Schrift auf nachtblauem Untergrund.
  • Der Zugang zum Empfangsgebäude ist über Automatiktüren oder Flügeltüren sichergestellt.
  • Der niveaugleiche Einstieg vom Bahnsteig in den Zug ist direkt oder über mobile Einstiegshilfen möglich.

Ohne Barriere in Bus und Bahn

Die DB modernisiert Bahnen und Busse - wo immer möglich - auf eine Weise, dass Fahrgäste keine Barrieren haben. Nach diesem Grundsatz entwickelt und modernisiert die DB Regio ihre Regionalzüge. Der Großteil der Flotte (70 Prozent) ist bereits barrierefrei. Die Züge verfügen über eine fahrzeuggebundene Ein- und Ausstiegshilfe, über Universaltoiletten und digitale Informationssysteme. Damit Passagiere stufenlos ein- und aussteigen können, werden zunehmend Bahnsteighöhe und Fußbodenhöhe der Züge einander angepasst (Bahnsteighöhenkonzept der DB).

Als größtes Busunternehmen Deutschlands betreibt die DB rund 4.900 Busse. Davon sind bereits 90 Prozent niederflurig. Mithilfe dieser Technik und dank der Schulung unserer Fahrer haben wir die Mobilitätskette für Reisende mit Einschränkungen verbessert.

Nach der Aufhebung des Streckenverzeichnisses im September 2011 haben wir das kostenlose Angebot für schwerbehinderte Menschen erweitert. So können diese Passagiere bundesweit in Nahverkehrszüge der DB ohne Fahrkarte einsteigen, sofern sie den grün-orangenen Schwerbehindertenausweis und das Beiblatt mit gültiger Wertmarke vorzeigen. Die Regelungen für Begleitpersonen, für Hunde und für die kostenfreie Platzreservierung sind unverändert. Gleiches gilt für unentgeltliche Reisen in Verkehrsverbünden.