Interview mit Rüdiger Malter


„Früher wurde klassisch telefoniert, heute geht es um kontinuierlichen Datenaustausch“

Im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt stellt DB Regio die Internetnutzung in einem kompletten Nahverkehrsnetz sicher. Rüdiger Malter (Foto), Geschäftsführer der Nahverkehr Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), erläutert die Gründe.

Das Elektronetz Elbe-Saale ist eines der ersten Netze, in dem WLAN im SPNV flächendeckend Wirklichkeit wird. Was hat das Land, was hat die NASA zu dieser Vorreiterrolle bewogen?

Rüdiger Malter: Uns geht es um zeitgemäße Reisequalität für die Fahrgäste, das betrifft auch die Digitalisierung. Wenn früher klassisch telefoniert wurde, dann geht es heute um kontinuierlichen Datenaustausch. Das ist in vielen Lebensbereichen „Stand der Technik“. Diesen Service wollen wir jetzt auch den Fahrgästen bieten.

Die Lösung von DB Regio enthält eine Übertragungstechnik, die alle drei Mobilfunknetze nutzt, sowie ein Informations- und Unterhaltungsportal. Was hat Sie daran überzeugt?

Malter: Auch ich habe mich im Zug schon oft über abgebrochene Verbindungen geärgert. Vielen anderen geht es wahrscheinlich ähnlich. Um bestmögliche Netzabdeckung zu erreichen, muss man die Kräfte bündeln und Mobilfunknetze zusammenfassen. Da hat uns die Lösung der DB Regio überzeugt. Neben der Internetverbindung bieten wir dem Fahrgast aber netzunabhängig auch ein Bordportal. Hier kann er jederzeit Informationen zur Fahrt abrufen oder unsere Unterhaltungsangebote nutzen.

Wollen Sie WLAN im SPNV in Sachsen-Anhalt weiter ausbauen und wie soll das geschehen?

Malter: Ja, WLAN im Nahverkehr ist Ziel der Landesregierung. In neuen Verkehrsverträgen, die ab Dezember 2018 wirksam werden, ist WLAN bereits Standard. Wir sprechen aber auch mit Bahnunternehmen über WLAN Einführung in laufenden Verträgen