Umweltfreundliches Zugpferd: der ECO-Train


Was auf der Straße Realität ist, soll in Zukunft auch die Schiene erobern: Mit dem ECO-Train und einem dieselelektrischen Hybridantrieb will die Deutsche Bahn den SPNV auf nichtelektrifizierten Strecken ökonomischer und ökologischer machen. Wann es so weit ist? Der Konzern rechnet mit 2017.

Die Deutsche Bahn und ihre Projektpartner, die TU Chemnitz, TU Dresden und das Fraunhofer Institut Dresden, entwickeln mit dem ECO-Train ein innovatives dieselelektrisches Hybridantriebssystem. Das Prinzip vereinfacht dargestellt: Ein Generator wandelt die beim Bremsen und Anfahren erzeugte kinetische Energie in elektrische Energie um. Diese wiederum wird in Li-Ionen-Akkus zwischengespeichert und steht für einen zeitweise elektrischen Antrieb des Fahrzeuges zur Verfügung. Dadurch erfüllt der Zug hohe ökologische Ansprüche.

Dieseltriebwagen der Erzgebirgsbahn VT 642

Dieseltriebwagen der Erzgebirgsbahn (VT 642), ein solches Fahrzeug wird derzeit umgebaut

Umrüstung bis Mai 2016

Die Bahntochter Erzgebirgsbahn in Sachsen will das erste Fahrzeug bis Mai 2016 umrüsten. Im Anschluss sollen die ersten Probefahrten beginnen. Ziel ist es, die notwendige Zulassung vom Eisenbahnbundesamt für die Serienreife und den Fahrgastbetrieb im Jahr 2017 zu erhalten. Nach der Freigabe will die Erzgebirgsbahn ab 2018 eine erste Kleinserie mit weiteren 12 Fahrzeugen umrüsten. So kann die Technik nach der Serienreife für die Baureihe VT 642 auch auf andere Baureihen übertragen und innerhalb des DB Konzerns oder bei anderen Nahverkehrsunternehmen genutzt werden.

Zug reagiert auf Topografie

Im Vergleich zu Vorgängerprojekten ist der Einbau eines Energieeffizienz-Moduls neu. Es ermöglicht eine "digitale Kommunikation" zwischen der Hybrid- und der Fahrzeugsteuerung. Und es sorgt dafür, dass gespeicherte Energie bei Tunnelfahrten, bei Einfahrten in Bahnhöfe oder bei Fahrten durch dicht besiedelte Gebiete aus dem Zwischenspeicher gespeist und für die Fahrt verwendet wird.

Das Modul erkennt auch topografische Besonderheiten und den daraus resultierenden Energiebedarf, der dann berücksichtigt wird. Enthalten die Speicher beispielsweise genug elektrische Energie und ist eine Speicherung neuer Energie nicht oder nur teilweise möglich, speist das System die Energie ohne Zwischenspeicherung direkt in die Klimaanlage oder die Fahrzeugsteuerung. Die DB und ihre Projektpartner entwickeln darüber hinaus eine neue CO2-basierte Klimaanlage mit Wärmepumpe für Dieseltriebwagen der Baureihe VT 642.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert den ECO-Train im Rahmen des Projektes Modellregionen Elektromobilität, das die NOW GmbH Nationale Organisation für Wasserstoff- und Brennzellentechnologie koordiniert. Der Freistaat Sachsen prüft weitere Fördermöglichkeiten