"die nordstory" im RE4 - das Making-of

Nach 12 Drehtagen und mindestens 1.500 gefahrenen Kilometern steht sie: die "nordstory" zum RE4 mit Geschichten aus dem Zug.

Eigentlich sind es 287 Kilometer, die der Zug auf seiner Strecke von Lübeck über Bad Kleinen, Neubrandenburg, Pasewalk nach Stettin zurücklegt. In diesen fünf Stunden hält er an 33 Bahnhöfen - viel Zeit und Raum für Gesichter und Geschichten. Im Mittelpunkt des Films stehen Kundenbetreuer Thomas Plötz und Aneta Gomolka, die einzige polnische Zugbegleiterin im RE4.

Der Film zeigt Menschen, die regelmäßig Bahn fahren, wie den Güstrower Meeresgeologen Prof. Jan Harff, der einmal wöchentlich zur Uni nach Stettin pendelt - und das seit zehn Jahren. Das Kamerateam schaut aber auch bei Leuten vorbei, die an der Bahn leben: Landwirt Matthias Beerbaum, der Flächen an der Bahnstrecke bewirtschaftet und Waldschrat Bernd Fügert, Selbstversorger mit Garten in Bahnnähe. Stopps gibt es am Lokschuppen Pasewalk, dem ungewöhnlichen Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, und bei Meister Stephan Singer in der Werkstatt des RE4 in Neubrandenburg. Wie leben und erleben sie die Bahn? Was hat sich verändert? Der 60-Minuten-Film erzählt es.

Möchten Sie schon einmal reinschnuppern bei den Dreharbeiten zum Film? Dann schauen Sie sich das Making-of an. Es lässt ahnen, was alles dazugehört, bis die Reportage steht. Von der ersten Idee der Redakteurin Kathrin Matern bis zum fertigen Film dauerte es fast ein Jahr - nichts Ungewöhnliches bei so langen Formaten, meint das NDR-Team. Gefüllt war die Zeit mit Drehbuchschreiben, der Suche nach Akteuren, aufwendiger Recherche, der ersten Kennenlernfahrt im RE4 ohne Kamera, Drehen im Zug, an der Strecke und in der Luft sowie Schneiden, Texten, Einsprechen und Farben schick machen …

Neugierig geworden? Ein Klick auf das Video und los geht’s!

"die nordstory"

Mit der Bahn von Lübeck nach Stettin: Geschichten aus dem Zug
gesendet am 17. Mai 2019, 20.15 - 21.15 Uhr im NDR

Hier anschauen in der NDR Mediathek

Interview: Vom Zugbegleiter zum Fernsehstar

unterwegs - Kurztrips im Norden, April 2019

Zwei Bahnangestellte über ihre Erfahrungen mit dem NDR-Filmteam

Frau Gomolka, Herr Plötz, wie lange arbeiten Sie beide schon auf der Strecke des RE 4?
Aneta Gomolka: Ich habe im Dezember 2014 meine Schulung als Kundenbetreuerin bei DB Regio Nordost abgeschlossen und bin im RE 4 die einzige polnische Zugbegleiterin.
Thomas Plötz: Ich bin seit 1988 Lokführer, damals habe ich noch bei der Deutschen Reichsbahn meine Ausbildung gemacht. Seit 1994 arbeite ich als Zugbegleiter und Kundenbetreuer im Nahverkehr für DB Regio Nordost.

Wie haben Sie die Dreharbeiten zur "Nordstory" erlebt?
Aneta Gomolka: Ich war ziemlich aufgeregt und froh, dass es die Probefahrt gab, auf der wir das Fernsehteam kennenlernen konnten. Trotzdem, nach dem ersten Tag hatte ich komplett vergessen, was ich alles erzählt habe ... Später ging es dann deutlich besser!
Thomas Plötz: Ja, das war wirklich eine interessante Erfahrung. Als die Kamera dann lief, war doch nochmal alles anders als bei der Probe. Man muss sich erst daran gewöhnen, aufgenommen zu werden.

Konnten Sie denn etwas vom alltäglichen Leben auf der Strecke einfangen?
Thomas Plötz: Auf jeden Fall! Wir haben ja zum Beispiel unsere Stammgäste getroffen, den Professor für Meeresgeologie aus Güstrow, der regelmäßig nach Stettin fährt, da er dort an der Universität lehrt. Das Fernsehteam hat auch noch andere Protagonisten entlang der Strecke mit in die Geschichte eingebaut, die ich alle sehr spannend finde.
Aneta Gomolka: Ja, so konnte man sehen, was eben noch alles zum Alltag bei der Bahn gehört. Der Besuch im Bunker unter dem Bahnhof Stettin war beispielsweise ein echtes Highlight.

Welcher Halt auf der Strecke ist den Ihr persönlicher Favorit?
Aneta Gomolka: Für mich ist die Strecke nahe der polnischen Grenze um Stettin am Schönsten: Da kann ich polnisch sprechen und gleichzeitig den Menschen, die kein Deutsch verstehen, weiterhelfen. Und ich mag Ueckermünde sehr gern, ein schöner Ort, vor allem im Sommer.
Thomas Plötz: Ich bin sehr interessiert an historischen Gebäuden und kann nur empfehlen, sich mal die Bahnhöfe der Reuterstadt Stavenhagen oder Güstrow anzuschauen. Auch Malchin oder Bad Kleinen haben sehr schöne Bahnhöfe, die in den vergangenen Jahren aufwendig saniert wurden.

Text und Interview: Cosima Grohmann