Einige konkrete Ergebnisse des Zuglabors

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Mindestsitzbreiten

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Spezifische Forderung an die Sitze der Regionalverkehrszüge ist vor allem die Optimierung der Mindestsitzbreiten. In der 2. Klasse beträgt die marktadäquate Sitzbreite 450mm, in der 1. Klasse ist eine Sitzbreite von 550mm gewünscht. Unter anderem diese beiden Anforderungen werden in der Neuauflage der "Empfehlungen für Anforderungen an Fahrzeuge in Vergabeverfahren" der BAG-SPNV enthalten sein.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Armlehnenstellung und -funktion

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Die Armlehnen sind für die Tester entscheidend und es gibt sehr konkrete Anforderungen. Das wichtigste ist das Vorhandensein einer Mittelarmlehne - sie sorgt für "Privatsphäre". Die Armlehnen sollen sowohl in der Mitte als auch am Gang individuell hochklappbar sein. Darüber hinaus sollten die Armlehnen unterarmlang, nicht abschüssig und möglichst hochwertig sein und kein Rutsch- oder Kältegefühl entstehen lassen. In der 1. Klasse ist eine geteilte Mittelarmlehne gewünscht.

Den Wünschen nach klappbaren Mittel- und Seitenarmlehnen wird bereits vermehrt entsprochen. So sind die Armlehnen auf Basis der Erkenntnisse aus den Zuglaboren u.a. in neue und auch in redesignte Zügen in NRW und Sachsen-Anhalt für die Inbetriebnahme Ende 2013 aufgenommen worden.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Wahrnehmung der 1. Wagenklasse

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Die 1. Klasse möchte von den Testern sowohl optisch als auch räumlich stärker von der 2. Klasse getrennt wahrgenommen werden. Wertige Sitze mit Leder (oder Uni-Stoff-Bezug als Rückfallebene), 2+1 Bestuhlung, ein wertiger Fußboden und ein, durch eine Glastür abgetrennter, Wagenbereich, werden gewünscht, um den höheren Fahrpreis zu rechtfertigen.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Umgestaltung des WC-Bereichs der Doppelstockzüge

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Der WC-Bereich des Doppelstockzuges Bedarf laut Einschätzung der Marktforschungsteilnehmer eines komplettes Neu-Designs. Die Toilette wird insgesamt als zu dunkel empfunden, der Waschbereich ist nicht intuitiv bedienbar.

Gewünscht ist eine Überarbeitung der Beleuchtung, die ein helleres Farbkonzept inkludiert. Zudem würden Sensoren die berührungsfreie Bedienung der Spülung ermöglichen, welche von den Testern als wesentlich hygienischer empfunden wird. Außerdem sind die Gestaltung und Anbringung der Bedienelemente zum Öffnen und Verschließen der Türen nutzerfreundlich und selbsterklärend zu gestalten.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Umgestaltung des Fahrradbereichs im Doppelstockwagen

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Ein großes Fahrradabteil wurde von den Testern als hochrelevant eingestuft. Dabei kann eine kleine Änderung große Wirkung haben: Um die Einstiegssituation mit Fahrrädern generell stressfreier zu gestalten, bietet es sich an, die Platzierung der Fahrräder in Einstiegsrichtung auf der rechten Fahrzeuginnenseite zu ermöglichen. Die Räder können so direkt nach dem Einstieg ohne großes Rangieren und Behindern der aussteigenden Fahrgäste abgestellt werden.

Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Bombardier wurde diese Änderung bereits umgesetzt und ist ab sofort in Neufahrzeugen kostenneutral so bestellbar.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Anordnung der Sitze

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Eine ebenfalls für Neufahrzeuge bereits abrufbare Optimierung ist das Drehen einzelner Sitze in der 2. Klasse Unterstock vor dem Mehrzweckbereich. Die bisherige Blickrichtung der Fahrgäste auf die Rückwand der Toilette wurde als unangenehm empfunden. Durch die Drehung der Sitzreihe um 180 Grad blickt der Fahrgast in den offenen Raum.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Stauraum

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Insgesamt wurde von den Zuglabortestern mehr Platz für das Verstauen von Koffern, Taschen und sperrigem Gepäck gewünscht. Gepäckablagen sollten möglichst in Sitznähe bzw. im Blickfeld (vermittelt ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit) der Reisenden positioniert werden können und gleichmäßig über den Fahrgastraum verteilt werden.

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Abgrenzung der Mehrzweckbereiche

Foto: Marc-Oliver Schulze ©

Der Mehrzweckbereich der Züge wurde von den Testern weitestgehend als funktional evaluiert, kann aber, gerade für mobilitätseingeschränkte Reisende weiter optimiert werden. So wurde als Verbesserung unter anderem die Trennung der Bereiche für Rollstuhlfahrer und Fahrradmitnahme gefordert.

Das Zuglabor im Überblick