Über den Höhenzug der Kühlung
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Abschied vom Diesel

Der Abschied vom klassischen Dieselbetrieb ist beschlossene Sache. Doch Streckenelektrifizierungen dauern und sind nicht überall wirtschaftlich.

Um die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen, führt kein Weg an der Schiene vorbei. Das System Schiene ist aufgrund seiner Energieeffizienz der klimafreundliche Verkehrsträger schlechthin. Mit dem Abschied von fossilen Energieträgern wird er noch umweltfreundlicher und attraktiver. DB Regio engagiert sich dafür, dass dies möglichst schnell und effizient geschieht und treibt die Entwicklung im SPNV voran. Das entspricht der Strategie der Deutschen Bahn insgesamt: Klimaschutz gehört zu den zentralen Unternehmenszielen des Konzerns und ist in der Strategie „Starke Schiene“ fest verankert. Ziel der Deutschen Bahn ist es, bis zum Jahr 2040 die Klimaneutralität zu erreichen.

Rund zwei Drittel des deutschen Streckennetzes sind elektrifiziert und gewährleisten damit einen lokal emissionsfreien Betrieb. In Verbindung mit Strom aus regenerativen Quellen, wie er in Verkehren für die Aufgabenträger in Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sowie im Fernverkehr der Deutschen Bahn zum Einsatz kommt, wird die Klimaschutzwirkung des Verkehrsträgers Schiene in vollem Umfang erreicht. Allerdings ist eine Streckenelektrifizierung wirtschaftlich nicht immer sinnvoll und technisch nicht kurzfristig möglich. So dauert es im Schnitt 18 Jahre von der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme, bis ein Streckenabschnitt mit Oberleitung ausgestattet ist und elektrisch befahren werden kann. Für nicht elektrifizierte Strecken sind daher klimafreundliche Alternativen zum Dieselbetrieb nötig.

Bei Neuanschaffungen von Fahrzeugen kommen dafür Batterietriebzüge (Battery Electric Multiple Units / BEMU) und Wasserstofftriebzüge (Hydrogen Electric Multiple Units / HEMU) infrage. Sie führen die benötigte Energie in einer Batterie oder in Form von Wasserstoff mit. Neuanschaffungen sind jedoch nicht immer zielführend, weil der Ersatz noch junger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor weder wirtschaftlich noch nachhaltig ist. Hier bietet sich der Betrieb mit alternativen Kraftstoffen an, die nicht aus Mineralöl gewonnen werden. Konkret ist das der synthetische Kraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Der Betrieb mit HVO reduziert die CO2-Emissionen wesentlich, die Fahrzeuge können bis zum Ende ihrer Nutzungszeit im Einsatz bleiben.

Ziel der Branche ist es, ab Ende 2024 bei Betriebsaufnahmen im SPNV auf neue Diesel-Triebzüge zu verzichten. Welche Lösung anstelle des Dieselbetriebs in welchem Netz zur Anwendung kommen soll, entscheiden die Aufgabenträger im SPNV. DB Regio ist für alle drei Optionen Technologiepartner der Branche, hat in Forschungs- und Pilotprojekten umfassend Erfahrungen gesammelt und erste Vergaben für sich entscheiden können. Welche der drei Möglichkeiten anstelle des Dieselbetriebs wo zur Anwendung kommen soll, entscheiden die Aufgabenträger im SPNV. DB Regio ist für alle drei Optionen Technologiepartner der Branche, hat in Forschungs- und Pilotprojekten umfassend Erfahrungen gesammelt und erste Vergaben für sich entscheiden können.

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